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Der westdeutsche Literaturbetrieb der 60er Jahre war in vielerlei Hinsicht dynamischen Veränderungen unterworfen. Nicht nur die Revolten um 1968 stellten die Literatur vor neue Herausforderungen. Die Entwicklung der Massenmedien, die innerpolitischen Wandlungsprozesse und die Konfrontation zwischen den Westmächten und dem Ostblock machten sich bereits in den frühen 60er Jahren in Form veränderter Rahmenbedingungen literarischen Schreibens bemerkbar.
In dieser Zeit hat der Literaturwissenschaftler, Autor und Kritiker Walter Höllerer (1922-2003) eine besondere Position innegehabt. Er war Herausgeber der Zeitschriften Akzente und Sprache im technischen Zeitalter, gründete 1963 das Literarische Colloquium Berlin und war Mitglied der Gruppe 47. Seine zunächst an der Technischen Universität Berlin veranstalteten Lesereihen sorgten weit über den universitären Hörerkreis hinaus für Aufmerksamkeit. Mit einer Vielzahl an Schriftstellerinnen und Schriftstellern verband ihn eine persönliche Freundschaft, darunter Günter Grass, Ingeborg Bachmann, Hans Bender und Günter Eich. Sein Nachlass erlaubt in besonderer Weise Einblicke in institutionelle, mediale und politische Aspekte des Literaturbetriebs der 60er Jahre.
Vom 26.-27. November wird im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg am Beispiel Walter Höllerers den Zusammenhängen von Literatur, Medien und Politik in den 60er Jahren nachgegangen. Neben acht wissenschaftlichen Vorträgen diskutiert Helmut Böttiger in einem Round-Table-Gespräch mit Literaturwissenschaftlern und Weggefährten Walter Höllerers über dessen literarisches, institutionelles und kulturpolitisches Schaffen.
Die von der DFG geförderte Tagung wird in Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg durchgeführt
Anmeldungen bitte an hehl@literaturarchiv.de.
Prof. Dr. phil. Achim Geisenhanslüke (Regensburg)
Michael Peter Hehl, M.A. (Sulzbach-Rosenberg)
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