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Das Literaturarchiv im Gebäude des alten Amtsgerichts Sulzbach-Rosenberg
Eine Informationsbroschüre zum Literaturarchiv können Sie hier herunterladen (1,1MB).
"Amtschimmel raus, Pegasus rein" - unter diesem Motto öffnete das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg im Jahr 1977 seine Pforten. Seitdem vereint die von Walter Höllerer gegründete Institution Aufgaben eines Archivs mit denen eines vielseitigen Literaturhauses. Als zentraler Veranstaltungsort für Lesungen in den Regionen Oberpfalz und Mittelfranken bringt das Literaturarchiv Autoren und Leser zusammen und trägt so zur Schaffung einer literarischen Öffentlichkeit bei. Zugleich fördert es in Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin und dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst den Dialog zwischen regionaler, überregionaler und internationaler literarischer Kultur. Seit März 2010 führt das Haus offiziell den Namenszusatz "Literaturhaus Oberpfalz". Durch die enge Kooperation mit der Universität Regensburg bildet das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg eine Schnittstelle literaturwissenschaftlicher Forschung und literarischer Praxis.
Zu den Aufgaben des Archivs gehören neben der Förderung und Vermittlung von Literatur der Gegenwart satzungsgemäß insbesondere die Sammlung, Archivierung und Aufarbeitung von Materialien zur deutschsprachigen Literatur seit 1945. Zu den Beständen des Archivs zählen unter anderem die Redaktionskorrespondenz der Literaturzeitschrift "Akzente" aus den Jahren 1954-1970, das einzig erhaltene Originalmanuskript der Erstfassung der "Blechtrommel" von Günter Grass sowie der Nachlass des Archivgründers, Autors und Literaturprofessors Walter Höllerer (1922-2003).
Das Archiv und die Dauerausstellung eröffnen vielseitige Blicke auf die deutschsprachige Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Neben Exponaten wie der Erstfassung der "Blechtrommel" sind umfangreiche Autorenkorrespondenzen zu sehen, die verdeutlichen, wie das Feld der Literatur nach 1945 funktioniet hat. Zu nennen sind hier beispielsweise Briefe von Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Heinrich Böll, Günter Eich, Thomas Mann, Peter Weiss und vielen anderen. Besondere Schwerpunkte sind außerdem die Anbindung der deutschsprachigen Literatur an die internationale Literaturszene sowie Literatur aus den Regionen Oberpfalz und Mittelfranken.
Das Veranstaltungsprogramm umfasst Autorenlesungen, Sonderausstellungen zu Literatur und Kunst, wissenschaftliche Tagungen, Lehrerfortbildungen sowie Veranstaltungen zur aktuellen Kinder- und Jugendliteratur. Das Spektrum von Autoren, die das Literaturarchiv bereits besucht haben, reicht von Martin Walser, Günter Grass und Ludwig Harig bis hin zu Judith Herrmann, Daniel Kehlmann und Feridun Zaimoğlu.
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