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Donnerstag,
11. März 2010,
20 Uhr:
Zwischen Musikkritik, Satire und Roman:
Lesung und Ausstellungseröffnung mit Eckhard Henscheid.
Moderation: Michael Peter Hehl
Eintritt frei
Herzlich Willkommen im Literaturhaus der Oberpfalz!
Das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg ist ein Literaturhaus, ein Literaturmuseum und ein Archiv für moderne Literatur seit 1945. Es stellt Verbindungen her zwischen Lesern und Autoren, zwischen regionalen, nationalen und internationalen Literaturszenen, zwischen wissenschaftlicher Beschäftigung mit Literatur und dem literarischen Leben im Allgemeinen. Auf diesen Internetseiten informieren wir Sie über die Aktivitäten und aktuellen Veranstaltungen des Oberpfälzer Literaturhauses sowie über die Archivbestände und deren Nutzungsmöglichkeiten.

Kurioses und Unveröffentlichtes findet sich im Teilvorlass, den Eckhard
Henscheid dem Literaturarchiv angeboten hat und der am 11. März 2010
offiziell übergeben wird. Die Sammlung aus Notizen, Skizzen, Manuskripten
und Artikeln gibt Einblick in Arbeiten des jugendlichen Opernkritikers Henscheid, in
Rechtsstreitigkeiten des Satirikers Henscheid, aber auch in nicht veröffentlichte Entwürfe wie etwa ein Romanprojekt über das Papsttum. Von den literarischen Anfängen Henscheids bis in die neueste Zeit hinein erstreckt sich der Teilvorlass, der von nun an im Literaturarchiv aufbewahrt wird.
Die Ausstellung, die im Rahmen der offiziellen Übergabe eröffnet wird, gibt einen Überblick über die Sammlung und lässt so die Entwicklung und die Arbeitsweise des Autors deutlich werden. Eckhard Henscheid wird anlässlich der Übergabe und Ausstellungseröffnung in Sulzbach-Rosenberg aus ausgewählten Dokumenten lesen. Anschließend findet eine Führung durch die Ausstellung statt.
Am Sonntag, 7. März 2010, um 18.00 Uhr findet im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg ein Vortrag anlässlich des Internationalen Frauentags statt. Programmleiterin Patricia Preuß stellt unter dem Motto "Frauen schreiben Geschichte" die Autorinnen Natalia Ginzburg und Elsa Morante vor. Die beiden sind zwei wichtige literarische Stimmen der italienischen Literatur im 20. Jahrhundert. In ihren Werken spiegelt sich die Geschichte Italiens in dieser Zeit.
Natalia Ginzburg (1916 - 1991) wurde mit ihrem Roman "Familienlexikon" 1963 zur Bestseller-Autorin. Ihr politisches, antifaschistisches Engagement brachte ihr auch ein Mandat ein: mit 67 Jahren wurde sie als unabhängige Abgeordnete für die italienische KP ins Parlament gewählt. Als langjährige Lektorin des Verlags Einaudí lernte sie Elsa Morante kennen.
Elsa Morante (1912 - 1985) wurde erst mit ihrem Erfolgsroman "La Storia" 1974 einem breiten Publikum bekannt, obwohl sie bereits in den 1930er Jahren schrieb und seit 1941 Romane veröffentlichte. Wie Natalia Ginzburg war sie Halbjüdin. Sie war mit dem Schriftsteller Alberto Moravia verheiratet.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, Spenden sind erwünscht und gehen an die Organisation medica mondiale e.V., die traumatisierten Frauen in Kriegs- und Krisengebieten hilft.
Im Anschluss an den Vortrag ist für Bewirtung gesorgt.
Als Finissage zu seiner Ausstellung „Weit zurück im leeren Nichts“ zeigt Hartmut Riederer am Donnerstag, 11. Februar 2010, 20 Uhr, eine weitere Facette seiner Interessen und Talente: Er, der unter der Intendanz von Ruth Drechsel mehrere Jahre am Volkstheater wirkte und u.a. zusammen mit Hans Brenner auftrat, präsentiert in einer szenischen Lesung Kasperltexte vom 18. bis ins 20. Jahrhundert, von W.A. Mozart über Graf Franz von Pocci bis H.C. Artmann. Es treten auf: der Kasperl Larifari, die Hexe Slinzkikotinzki, eine Zwergin, eine Riesin, die liebe Fee Pocahontas, die schöne Frau Hauptmann und andere aus dem Kasperletheater bekannte Figuren. Musikalisch begleitet wird Hartmut Riederer von Walter Schreiber (Akkordeon).
Riederers seit Mitte der 1990er Jahre entstandenen Kreide-, Kohle- und Bleistiftzeichnungen mit traumschweren Bildern und in teils großen Formaten sind noch bis 18.2.2010 zu sehen. Wie in vielen seiner Texte, so spielt auch in seinem bildnerischen Werk die Donau die Rolle des mythischen Ursprungsortes.
Eintritt für die Abendveranstaltung: 7€, ermäßigt 5 €
Reservierungen unter: 09661/815959-0 oder per Email
Mit dem Buch „Die Zeitwaage“ legte Lutz Seiler im Herbst 2009 seinen
ersten Erzählungsband vor. Nach Erscheinen seiner Lyrikbände „berührt/geführt„ (1995), „pech & blende“ (2000) und „vierzig kilometer
nacht“ (2003) trat er mit der Erzählung „Turksib“ erfolgreich beim
Ingeborg Bachmann-Wettbewerb 2007 an. Diese und weitere zwölf neue
Erzählungen sind in „Die Zeitwaage“ enthalten. Überwiegend spielen sie
an Seilers Kindheits- und Heimatorten in Thüringen, in einer Gegend, die
durch den Uranabbau geprägt ist. Lutz Seiler erzählt von „einer
proletarischen Idealzeit, die es nie gab und die doch zu Ende ging.“,
befindet Kritiker Helmut Böttiger.
Lutz Seiler, 1963 in Gera geboren, arbeitete vor seinem
Germanistikstudium als Zimmermann und Maurer. Seit 1997 betreut er
das Literaturprogramm des Peter-Huchel-Hauses in Wilhelmshorst bei
Berlin, wo er auch lebt.
Eintritt: 6 €, ermäßigt 4 €, Sonderermäßigung für Schüler 1 €
Reservierungen unter: 09661/815959-0 oder per Email
Der deutsch-tschechische Kulturaustausch stand im Mittelpunkt zweier Veranstaltungen, die im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg und im Literaturhaus Prag stattfanden. Am 19.11.2009 lasen Milena Oda und Luděk Navara in Sulzbach-Rosenberg, am 24.11.2009 folgte der Gegenbesuch in Prag. Patricia Preuß stellte dem tschechischen Publikum die Autoren Bernhard Setzwein und Werner Fritsch vor. Einen Bericht des Senders Radio Prag können Sie hier anhören:
Unter dem Motto „Kinderbuchschnuppern zur Weihnachtszeit“ präsentieren Brigitte Fließ und Christina Baumann im Literaturarchiv Kinder- und Jugendbücher für verschiedene Altersstufen. Um Kindern und Eltern bei der Auswahl für die Bücher unterm Weihnachtsbaum und für die Winterzeit behilflich zu sein, werden Neuerscheinungen des Jahres 2009, aber auch vergessene Klassiker der Kinderliteratur vorgestellt und vorgelesen. Bücher für die jüngeren (bis 6 Jahre ) werden am Mittwoch, 2.12. 2009 um 15.00 Uhr vorgestellt, die größeren Kinder und Jugendlichen erhalten am Freitag, 4.12.2009 ab 15.00 Uhr Buch- und Lektüretipps. Natürlich sind auch Eltern und Großeltern herzlich willkommen.
Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungen in Prag und Sulzbach-Rosenberg bilden den offiziellen Auftakt einer kontinuierlichen Kooperation zwischen dem Prager Literaturhaus und dem Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg. Lucie Černohousová, die Direktorin des Prager Literaturhauses, wird am 19.11.2009 in Sulzbach-Rosenberg zu Gast sein, um ihre Institution vorzustellen. Begleitet wird sie von den Autoren Milena Oda und Luděk Navara. [mehr Info...] [Flyer als PDF]
Eintritt: 6 €, ermäßigt 4 €, Sonderermäßigung für Schüler 1 €
Im Literaturbetrieb der 60er Jahre hat der Literaturwissenschaftler, Autor und Kritiker Walter Höllerer (1922-2003) eine besondere Position innegehabt. Er war Herausgeber der Zeitschriften Akzente und Sprache im technischen Zeitalter, gründete 1963 das Literarische Colloquium Berlin und war Mitglied der Gruppe 47. Seine zunächst an der Technischen Universität Berlin veranstalteten Lesereihen sorgten weit über den universitären Hörerkreis hinaus für Aufmerksamkeit. Mit einer Vielzahl an Schriftstellerinnen und Schriftstellern verband ihn eine persönliche Freundschaft, darunter Günter Grass, Ingeborg Bachmann, Hans Bender und Günter Eich. Sein Nachlass erlaubt in besonderer Weise Einblicke in institutionelle, mediale und politische Aspekte der Modernisierung des Literaturbetriebs.
Vom 26.-27. November 2009 wird im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg am Beispiel Walter Höllerers den Zusammenhängen von Literatur, Medien und Politik in den 60er Jahren nachgegangen. Neben acht wissenschaftlichen Vorträgen diskutiert Helmut Böttiger in einem Round-Table-Gespräch mit Literaturwissenschaftlern und Weggefährten Walter Höllerers über dessen literarisches, institutionelles und kulturpolitisches Schaffen. [mehr Info...]
Eintritt frei, Anmeldung erbeten.
Der Roman "Die Blechtrommel" von Günter Grass feiert in diesem Herbst seinen 50. Geburtstag. Das Literaturarchiv gratuliert und lädt am Sonntag, 25. Oktober 2009 ab 14.00 Uhr zur Geburtstagsfeier. Unter dem Motto "Sulzbach-Rosenberg liest die 'Blechtrommel'" eröffnet Bürgermeister Gerd Geismann die Veranstaltung mit einer Lesung aus dem Roman, im Laufe des Nachmittags schließen sich Fred Tischler, Elke Geck-Neidl, Brigitte Fließ und Sepp Lösch mit weiteren Kapiteln an. Dazwischen wird "blechgetrommelt": die Trommelgruppe der Krötenseeschule liefert eine musikalische Textinterpretation. Die Theatergruppe des HCA-Gymnasium spielt Szenen aus dem Leben des Blechtrommlers Oskar. Eingedenk alter Zeiten serviert die Küchenmannschaft des Literaturarchivs die "Danziger Trilogie" als literarisches Menü, gekocht nach dem Rezept von Günter Grass, das selbstverständlich nach der Gründungsfeier archiviert wurde. Wer gut aufpasst, ist vielleicht unter den Gewinnern des Blechtrommel-Preisrätsels, dessen Gewinner am späten Nachmittag ermittelt werden. Zum Abschluss gibt es die Verfilmung der "Blechtrommel" von Volker Schlöndorff zu sehen.
Eintritt frei
donumenta ist das internationale Festival für aktuelle Kunst und Kultur der Donauländer in Regensburg. 2009 präsentiert die donumenta Künstler und Kulturschaffende aus der Slowakei. Am 13. Oktober 2009, 20 Uhr, sind im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg im Rahmen der donumenta drei slowakische Autoren zu Gast: Jana Benová, Jana Juranová und Pavol Rankov. [mehr Info...]
Im Februar 1954 erschien im Hanser Verlag erstmals die Zeitschrift "Akzente", herausgegeben von Hans Bender und Walter Höllerer. Das Blatt entwickelte sich schnell zu einem zentralen Organ des literarischen Lebens der jungen Bundesrepublik. In den "Akzenten" konnten viele Schriftsteller, die erst später Ruhm erlangen sollten, ihre Texte erstmalig publizieren. Zugleich versuchte die Zeitschrift junge, progressive Strömungen mit bewahrenden Kräften zu vermitteln. In den frühen Akzente-Jahrgängen werden deshalb die 50er Jahre in ihrer Widersprüchlichkeit und Kontroversität deutlich.
Hans Bender, der die Akzente bis 1981 begleitet hat und mit Walter Höllerer befreundet war, feiert am 1. Juli 2009 seinen 90. Geburtstag. Zu diesem Anlass veröffentlicht das Literaturarchiv den Briefband "Konturen und Akzente des Literaturbetriebs", der die Vielfalt der 50er Jahre auf andere Weise deutlich werden lässt, nämlich von der "Hinterbühne" des Literaturbetriebs aus betrachtet. Die 125 versammelten Briefe dokumentieren die Korrespondenz der beiden Akzente-Herausgeber aus den Jahren 1953-1954, die in der Anfangsphase der Zeitschrift mit den Widersprüchlichkeiten ihrer Zeit zu kämpfen hatten. Dass aus der Not heraus die meisten Besprechungen brieflich vonstatten gehen mussten, hat zu einer sehr detaillierten Dokumentation des Aufbaus der Zeitschrift "Akzente" geführt, die mit dem vorliegenden Band erstmals kommentiert vorliegt.
Hans Bender / Walter Höllerer: Konturen und Akzente des Literaturbetriebs. Briefwechsel 1953-1954. Hrsg. v. Ralf Gnosa und Michael Peter Hehl. Mit einem Vorwort von Michael Krüger. Gebundene Ausgabe, 224 Seiten, Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg 2009, ISBN 978 39808442 2 2, 12,90 €
Den Briefband können Sie hier bestellen.
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