„Wo kommen wir her? Familie und soziale Herkunft“

Lesung und Gespräch mit Christian Baron und Frank Witzel

Moderation: Nils Beintker, Bayerischer Rundfunk

 

Christian Baron. Foto: Hans Scherhaufer

Christian Baron. Foto: Hans Scherhaufer

Frank Witzel. Foto: Maja Bechert

Frank Witzel. Foto: Maja Bechert

Aus unterschiedlichen sozialen Milieus kommend, versuchen die Autoren Christian Baron und Frank Witzel in ihren aktuellen Romanen eine Annäherung an ihre verstorbenen Väter.

 

Christian Baron erzählt in seinem Buch „Ein Mann seiner Klasse“ (Ullstein Verlag, 2020) schonungslos, aber nicht unversöhnlich von seinem gewalttätigen Vater und einer von Armut geprägten Kindheit. Dem Autor, der 1985 in Kaiserlautern geboren ist, gelang der soziale Aufstieg, er machte Abitur, studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Germanistik und arbeitet heute als Journalist bei der Wochenzeitung „Freitag“. Zusammen mit Maria Barankow gab er die Anthologie „Klasse und Kampf“ (2021) heraus, ein vielschichtiges und viel beachtetes Manifest, das die Herkunft aus der „Unterschicht“ beleuchtet.

 

Bürgerlicher ging es im Elternhaus von Frank Witzel, geboren 1955 in Wiesbaden, zu. In seinem Roman „Inniger Schiffbruch“ (Verlag Matthes & Seitz) arbeitet er den aus Postkarten, Fotos und Super8-Filmen bestehenden väterlichen Nachlass auf und blickt auf eine Kindheit und Jugend in den 1960er und 1970er Jahren zurück. Die Nachkriegszeit war noch nicht vorbei. Autorität und Disziplin prägten die Erziehung. Die aufbegehrende Jugend der Studentenbewegung stellte die althergebrachten Werte infrage. Ein Porträt der alten BRD in diesen Jahren zeichnete Frank Witzel bereits in seinem 2015 mit dem Deutschen Buchpreis prämierten Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“.

 

In welchem Maß können wir familiäre Prägungen abstreifen? Wie entscheidend ist die soziale Herkunft für die weitere Biographie? Und wie sieht es heute mit der schon seit Anfang der 1970er geforderten Chancengleichheit aus? Über diese Fragen wird Moderator Niels Beintker, Bayerischer Rundfunk, mit Christian Baron und Frank Witzel ins Gespräch kommen.

 

Eine Veranstaltung im Rahmen der Kampagne #zweiterfruehling des Netzwerks der Literaturhäuser e.V. gefördert im Rahmen von NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutsche Literaturfonds e.V.

Ort: Capitol, Bild & Bühne, Bayreuther Str. 4, 92237 Sulzbach-Rosenberg

Eintritt:  10,00 €; ermäßigt 7,00 €

Reservierung und Vorverkauf:
Literaturhaus Oberpfalz
Rosenberger Str.9, 92237 Sulzbach-Rosenberg

Telefonisch: 09661/815959-0 oder per Email: info(at)literaturarchiv.de

Förderung : #zweiterfruehling /Netzwerk der Literaturhäuser

(Nachholtermin)