Der Berliner Ozan Zakariya Keskinkılıç, ist ein vielseitiger Schriftsteller: Neben wissenschaftlichen Texten schreibt er Lyrik, Prosa, Essays und Hörstücke. Mit seinem neuen Lyrik-Projekt "Elefantengeister" hat er die Jury für das 2. Arbeitsstipendium im historischen Stadtmauerturm von Sulzbach-Rosenberg überzeugt.
Am 6. Mai wird er sich und seine Arbeit im Literaturhaus vorstellen. Karten gibt es an den Vorverkaufsstellen von nt-ticket und unter www.nt-ticket.de
2022 erschien sein Lyrik-Debüt "Prinzenbad" im ELIF Verlag, für den er 2024 für den Heidelberger Clemens-Brentano-Preis und den Dresdner Lyrikpreis nominiert war. Seine Gedichte wurden als Teil multimedialer Kunstausstellungen präsentiert. Im herbst erscheint sein erster Roman im Suhrkamp-Verlag.
Außerdem forscht und lehrt Keskinkılıç an Berliner Hochschulen u. a. zu Rassismus, Antisemitismus, Orientalismus sowie zu Erinnerung und widerständiger Kunst- und Kulturproduktion. 2021 wurde er als Mitglied der Expertenkommission gegen antimuslimischen Rassismus in Berlin berufen. Im September 2021 erschien "Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes" in der Edition Körber.
Im Mai 2025 wird er für einen Monat in den historischen Stadtmauerturm am Fuß des Schlossbergs in Sulzbach-Rosenberg einziehen, um in Ruhe an seinem nächsten Lyrik-Projekt zu arbeiten: "Elefantengeister" erinnert an den weißen Elefanten Abul Abbas, der an der Seite des jüdischen Kaufmanns Isaak aus Narbonne das Aachener Stadttor durchschritt. Das Tier war ein Geschenk des abbasidischen Kalifen Harun al-Rashid an Kaiser Karl den Großen. Über 5000 Kilometer legte es zurück, um von Bagdad ins fränkische Reich zu gelangen. - Der Elefant steht für die Auflösung der Grenzen von Zugehörigkeit, Religion, Sexualität, Zeit und Raum. Keskinkılıçs Gedichte spiegeln diese Grenzüberschreitung wider, im historischen Kontext, aber auch bei ganz heutigen Alltags-Situationen.
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