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"Ein Bulle im Zug" Franz Dobler liest Bukowski und Dobler

Zur Sonderausstellung "All about Hank!"

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"Von mir hieß es immer: Der geht drei Tage durch Stehausschänke, und dann setzt er sich drei Tage hin und schreibt das auf, was natürlich Quatsch ist; genauso wie die Behauptung, ich schriebe ‚aus dem Bauch heraus'. Ich wüsste tatsächlich gerne mal, wie das gehen soll, aus dem Bauch heraus zu schreiben, wo Schreiben eine Sache von Sound, Rhythmus und Kalkül ist. (…) Das Interessante am Schreiben ist ja, dass das Beschreiben von einem selbst wegführt, etwas anderes entsteht.", sagt Franz Dobler in einem FAZ-Interview mit Julia Encke.
Damit beschreibt er ein Phänomen, das in ähnlicher Weise auf die Rezeption Charles Bukowskis zutrifft, dessen Texte stets als „authentisch“ gelesen werden, dessen Werk gerne mit seinem Leben gleichgesetzt wird. Dass Bukowski – neben anderen Underground-Autoren - ihn beeinflusst hat, dazu bekennt sich Franz Dobler und auch die Literaturkritik weist darauf hin, dass „Dobler bei ihnen in die Schule gegangen [ist], aber er imitiert sie nicht, er hat etwas Originäres geschaffen, einen Sound, der unter die Haut geht, eine Prosa, die kompromißlos ist (…) .“ (Klaus Bittermann über den Roman „Aufräumen“).
Anlässlich der Sonderausstellung „All about Hank!“ gibt es Gelegenheit, dieser Verbindung nachzuspüren, besser: nachzuhören. Franz Dobler liest eine Auswahl von Bukowski-Texten und aus seinem neu erschienenen Roman „Ein Bulle im Zug“. Kriminalhauptkommissar Fallner, die Hauptfigur des Romans, hat bei einem Einsatz einen jungen Kriminellen erschossen. Dienstunfähig tritt er eine ungewöhnliche Therapie an und verwirklicht seinen Jugendtraum: Mit einer Bahncard 100 so lange Zug fahren, wie er Lust hat. Und endlich den toten Jungen aus dem Kopf kriegen.

Franz Dobler, 1959 in Schongau geboren, lebt in Augsburg. Er ist Schriftsteller, Dichter, Journalist, DJ und Hörspielmacher. Für den Roman „Tollwut“ und für „Jesse James und andere Westerngedichte“ wurde ihm 1993 der Bayerische Literaturförderpreis verliehen. Seine Biographie über Johnny Cash »The Beast In Me« sorgte für Aufsehen. Im Rahmen der Sonderausstellung "All abour Hank!. Zu Leben und Werk von Charles Bukowski"

Mit freundlicher Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V. aus Mitteln der Bundesbeauftragten für Medien und Kultur