Newsletter
Schreiben im Turm. Wir begrüßen Sibylla Vričić Hausmann
Am Mittwoch, 6. Mai 2026, um 19 Uhr begrüßen wir die neue Turm-Stipendiatin Sibylla Vričić Hausmann in Sulzbach-Rosenberg.
Liebes Publikum,
„ich (aber) sage: Gedichte sind gut, weil sie uns, wie Kinder,
dazu zwingen, in Gedanken immer schon weg zu sein“
Mit diesen Versen aus ihrem Gedichtband meine Faust laden wir Sie herzlich ein, die Lyrikerin Sibylla Vričić Hausmann kennenzulernen. Sie arbeitet ab Anfang Mai als dritte Sulzbach-Rosenberger Turm-Stipendiatin an ihrem neuen Gedichtband. Über ihren Verlag kookbooks hatte sie sich mit dem Lyrik-Projekt „Unzier“ beworben. Die nächsten vier Wochen wohnt und schreibt sie in der Schreibklause im historischen Wehrturm. Wir begrüßen sie am Mittwoch, 6. Mai, um 19 Uhr zu Lesung und Gespräch im Literaturhaus.
In ihrem geplanten Lyrik-Band verknüpft die Autorin biografische Porträts mit historischen und gegenwärtigen Diskursen. Ihren Gedichten stellt sie Essays an die Seite, die vertiefen, was in den Gedichten ins Bild gesetzt wird, und so die Vielschichtigkeit ihrer Lyrik untermauern.
Die Themen Mutterschaft und Geschlechterzuschreibungen sowie die Verbindung von Privatem und Politischen prägen auch Vričić Hausmanns erste Gedichtbände. Dort tauchen historische Frauenfiguren wie die Naturforscherin Maria Sibylla Merian oder Christine de Pizan auf, die erste Frau, die vom Schreiben leben konnte. Ihr Debüt 3 Falter veröffentlichte Sibylla Vričić Hausmann 2018. Für den Gedichtband meine Faust (2022) wurde sie mit dem Clemens Brentano-Preis 2024 der Stadt Heidelberg ausgezeichnet. In der Laudatio von Beate Tröger heißt es: „Sibylla Vričić Hausmann ist eine Dichterin nicht nur des wütenden, sondern auch des zärtlichen Einspruchs, eine Kämpferin, aber eine faustbeherzte.“
Sibylla Vričić Hausmann, geboren 1979 in Niedersachsen, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie arbeitete von 2009 bis 2011 als Robert Bosch Kulturmanagerin in Mostar (Bosnien und Herzegowina), wo sie bis Oktober 2012 lebte. Die Autorin veranstaltet die unabhängige Lesereihe „Zürn“ und engagiert sich für einen fairen und offenen Literaturbetrieb. Sie lebt in Leipzig.
Im Gespräch mit Moderatorin Patricia Preuß wird es um das Schreiben von Lyrik und das Komponieren von Gedichtbänden ebenso gehen wie um die Arbeits- und Lebensbedingungen von Autorinnen.
Eintritt: 10 €, ermäßigt 7 €, Karten gibt es bei www.nt-ticket.de oder an der Abendkasse.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!