Junge Lyrik aus Tschechien und Deutschland, 14. 7. 2021

Wir wollen an diesem Abend einen Blick auf die junge  Lyrikszene in Tschechien und Deutschland werfen. Dazu eingeladen haben wir die diesjährigen Adalbert Stifter-Stipendiatinnen Anna Brikciusová und Slata Roschal, außerdem Tristan Marquardt und Jan Škrob und die Übersetzerin Martina Lisa. Wir werden ihre Gedichte hören und mit ihnen über ihre Arbeitsweise sprechen, darüber, in welcher Schreibtradition sie sich sehen, wie sie ihren Weg in den Literaturbetrieb gefunden haben und wie sie ihn mitgestalten.

Veranstalter: Adalbert Stifter Verein und Literaturhaus Oberpfalz

Ort: Capitol, Bild & Bühne, Bayreuther Str. 4, 92237 Sulzbach-Rosenberg

Kooperations- und Förderpartner: CZECHLIT Česke literární centrum, Prag

LiteraturSommerFest , 3. 7. 2021

Unser Literatursommerfest findet statt - ein bisschen anders als sonst, aber wie immer mit reichhaltigem Literatur- und Musikprogramm. Diesmal im Capitol - Bühne und Musik. Mit dabei: Die Autoren Steffen Kopetzky, Nico Bleutge und Anja Kampmann. Die Band Tři Hudebníci wird das Fest musikalisch mit einem Ritt durch ganz verschiedene Stilrichtungen begleiten.

 

Programm

13.00 Uhr Mitgliederversammlung

Zur jährlichen ordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg e.V. sind Mitglieder und Interessierte herzlich eingeladen.

 

15.00 Uhr Landschaften – Denkräume im Kopf

Lesung und Gespräch mit Nico Bleutge und Anja Kampmann

Moderation Thomas Geiger

Von den Weiten (vermeintlich) unberührter Natur bis hin zu den „lost places“ verödeter Industrielandschaften, die von der Natur zurückerobert werden - für Literatur, insbesondere für die Lyrik, bietet Landschaft in ihren unterschiedlichen Ausprägungen stetig Anreize zur Auseinandersetzung.

In Lesung und Gespräch mit dem Lyriker und Essayisten Nico Bleutge und der Lyrikerin und Romanautorin Anja Kampmann soll dieser Befund weiter ausdifferenziert werden. Was prädestiniert den poetischen Blick für die Vermessung von Landschaft? Wie öffnen umgekehrt Erfahrungen in und mit einer Natur- oder auch Kulturlandschaft Denkräume im Kopf. Wie werden geografisch definierte Landschaften durch Literatur und Kunst mythisch aufgeladen? Was haben Landschaft und Heimat miteinander zu tun? Und wie berührt die poetische Auseinandersetzung mit einer Landschaft gesellschaftspolitische Diskussionen um Artenvielfalt und Naturschutz?

Nico Bleutge, geboren 1972, studierte Neuere Deutsche Literatur, Allgemeine Rhetorik und Philosophie in Tübingen. Heute lebt er in Berlin. Im C.H. Beck Verlag erschienen seine Gedichtbände „klare konturen“ (2006), „fallstreifen“ (2008), „verdecktes gelände“ (2013) und „nachts leuchten die schiffe“ (2017) und zuletzt der Essayband „Drei Fliegen. Über Gedichte“ (2020). 2003 erhielt Bleutge den Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis. Die Jury schrieb in ihrer Begründung: „Nico Bleutges Gedichte sind optische Apparaturen, die im Wechselspiel von menschlichem Blick und Landschaften den ständigen Aufbau und Zerfall von Ordnung beobachten. (…) Der traditionellen Darstellung von Landschaft als geistiger Hervorbringung setzen sie eine Darbietung entgegen: das Schauspiel der Dinge.“

Anja Kampmann, geboren 1983, studierte an der Universität Hamburg und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Bei Hanser erschienen ihr Gedichtband „Proben von Stein und Licht“ (2016), ihr Debütroman „Wie hoch die Wasser steigen“ (2018) und im März 2021 „Der Hund ist immer hungrig“, zu dem Kritiker Helmut Böttiger meint: „In Anja Kampmanns Gedichten gibt es ein unterschwelliges Bewusstsein dafür, dass die Welt in der Form, in die wir hineingewachsen sind, fragwürdig geworden ist. Die Zerstörung der Natur, das Verschwinden der gewohnten Lebenszusammenhänge wird bereits als gegeben vorausgesetzt. Das hat etwas Verstörendes, und zugleich ist es von einer merkwürdig vibrierenden sprachlichen Schönheit.“ (DLF Kultur).

 

Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen von „Und seitab liegt die Stadt“ - ein Projekt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Förderprogramm „Kultur in ländlichen Räumen“) und des Literarischen Colloquiums Berlin.

 

Pause mit Musik von „Tři Hudebníci“

Tři Hudebníci wagen sich an Musik aus der ganzen Welt  heran. Gespielt werden alte Schlager und Ohrwürmer aus der Hitparade, Jazz, Klezmer und Musik aus Rumänien, dem Balkan und aus Irland. Zum Repertoire gehört traditionell Bayerisches, Fetziges aus dem Salzkammergut, Texanisches für Cowboys ebenso wie Böhmisches, natürlich mit tschechischen Originaltexten. Dafür sorgen nicht etwa drei Musiker, wie der Bandname behauptet, sondern ein paar mehr: Sebastian Meier (Tuba), Ulrich Lommer (Gitarre), Klaus Hauenstein (Akkordeon), Jakob Kraft (Schlagwerk), Robert Vogel (Trompete), Georg Leugner-Gradl (Klarinette).

 

17.00 Uhr „Monschau“

Lesung und Gespräch mit Steffen Kopetzky

Moderation: PD Dr. habil. Heribert Tommek

Im Jahr 1962, als das nukleare Wettrüsten seinen Höhepunkt erreicht, als in Algier und Paris Bomben explodieren, bricht im Wirtschaftswunder-Deutschland der junge Mediziner Nikolaos Spyridakis in die Eifel auf. Es ist eine heikle Mission: Im Kreis Monschau sind die Pocken ausgebrochen, hochansteckend und lebensgefährlich. Mitten im Karneval droht nun Stillstand, Quarantäne. Der Chef der Rither-Werke will die Fabrik um jeden Preis offen halten, keine zwanzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist man weltweit gut im Geschäft. Ganz andere Pläne hegt Vera Rither: Die Alleinerbin studiert in Paris, bewundert Simone de Beauvoir und trägt den Geist der Avantgarde nach Monschau. Dort begegnet sie Nikolaos, der als Betriebsarzt durch die tiefverschneite Eifel zur Patientenvisite gefahren wird, vor Ansteckung geschützt durch einen Stahlarbeiteranzug.
Steffen Kopetzky erzählt von einer Liebe im Ausnahmezustand und von der jungen, vom rasanten Wirtschaftswachstum geprägten Bundesrepublik – und verwandelt die wahren Begebenheiten eines kaum bekannten Kapitels deutscher Geschichte in packende Literatur.

Steffen Kopetzky, geboren 1971, ist Autor von Romanen, Erzählungen, Hörspielen und Theaterstücken. Zuletzt erschienen die Romane „Risiko“ (2015) und „Propaganda“ (2019).

Ausklang mit „Tři Hudebníci“

Ächz, Seufz, Zack, Bumm?!? Literatur und Comics?!

Die Ausstellung im Literaturhaus Oberpfalz zeigt anhand einiger aktueller Beispiele die Annährung von Literatur und Comic, die sich in jüngster Zeit vollzogen hat und sich sowohl in den Verlagsprogrammen als auch in den Feuilletons der großen Tageszeitungen niederschlägt.

Zu sehen sind Originalzeichnungen von Nicolas Mahler, der Thomas Bernhards „Alte Meister“ umsetzte, von Sascha Hommer, der Erzählungen von Brigitte Kronauer für den Comic adaptierte, von Jaromír Švejdík, der zusammen mit dem tschechischen Autor Jaroslav Rudiš die Comic-Figur „Alois Nebel“ erfand, von Daniela Kohl, die Comics für Thomas von Steinaeckers Roman „Geister“ zeichnete, von FLIX, der für die FAZ Comic-Strips zu den Klassikern „Faust“ und „Don Quijote“ zeichnete u.a. Als historisches Schmankerl findet sich außerdem ein Original von Wilhelm Busch: Seine Skizze „Der Kuchenteig“, ein Vorläufer zu „Max und Moritz“, der als spektakulärer Fund vor einigen Jahren im Sulzbacher Stadtarchiv auftauchte. Ebenfalls zu sehen sind Umsetzungen von Franz Kafkas „Die Verwandlung“ und „In der Strafkolonie“.

Detaillierte Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten ALG.

Dauer der Ausstellung: 24.05.2012 - 30.09.2012
Öffnungszeiten: Di-Fr: 9-17 Uhr (außer an Feiertagen), So: 14-17 Uhr


Veranstaltungen:


Zur Ausstellung wird es eine Veranstaltungsreihe mit Lesungen, Präsentationen, Workshops und Podiumsgesprächen geben:

Donnerstag, 24. Mai 2012, um 20 Uhr
Ausstellungseröffnung mit der Präsentation der Graphic Novel „Alois Nebel“ von Jaroslav Rudiš und Jaromír 99 / Švejdík
Begleitet werden die beiden von Gitarrist Dušan Neuwerth, mit dem sie in der tschechischen Kultband Priessnitz spielen.

Im Rahmen des LiteraturSommerFests:

Samstag, 30. Juni 2012
Dri Chinisin - Comic-Präsentation mit Sascha Hommer
und
Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen,
und anfing zu träumen - Lesung mit Thomas von Steinaecker


Sonntag, 1. Juli 2012, um 11 Uhr
Literatur und Comics - Podiumsgespräch mit dem Zeichner Sascha Hommer, dem Romanautor und Comic-Rezensenten Thomas von Steinaecker, dem Herausgeber der "Tollen Hefte" Armin Abmeier und BR-Redakteur Niels Beintker

Dienstag/Mittwoch, 17./18. Juli 2012
Comic-Workshops für Schulklassen
Konzipiert und durchgeführt von Teilnehmern des interdisziplinären
Seminars „Literatur und Comics“ an der Universität Regensburg
(Leitung: Verena Gold B.A., Neuere Deutsche Literaturwissenschaft 2 /
Dr. Manuel Trummer, Vergleichende Kulturwissenschaft).
Der Workshop ist für die Jahrgangsstufen 10–12 geeignet.
Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt, rechtzeitige Anmeldung
erforderlich.

Ende September
Finissage
(Bitte das Herbstprogramm und die Internetseite beachten!)